Die japanische Ratingagentur Rating and Investment Information (R&I) erhöhte das langfristige Fremdwährungsrating der Türkei von „BB-“ auf „BB“ und bestätigte zugleich den Ausblick mit „stabil“.
Ausschlaggebend für die Hochstufung sei laut R&I insbesondere die Rückkehr zu einer restriktiveren Geldpolitik sowie eine stärkere Fokussierung auf makroökonomische Stabilität.
Die türkischen Behörden verfolgen demnach:
- eine straffere Zinspolitik zur Inflationsbekämpfung
- eine Rückkehr zu fiskalischer Disziplin
- eine Reduzierung wirtschaftspolitischer Unsicherheiten
Diese Maßnahmen hätten zu einer schrittweisen Stabilisierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beigetragen, auch wenn sich das Wachstum kurzfristig moderat abschwächt.
Außenwirtschaftliche Lage verbessert sich
Positiv bewertet wurde zudem die Entwicklung der außenwirtschaftlichen Kennzahlen.
Das Leistungsbilanzdefizit hat sich deutlich verringert, unterstützt durch steigende Exporte und höhere Einnahmen aus dem Tourismussektor. Gleichzeitig konnten Kapitalzuflüsse gesteigert und die Devisenreserven ausgebaut werden.
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Dadurch hätten sich die externen Risiken, die lange als Schwachpunkt der türkischen Wirtschaft galten, spürbar reduziert.
Bankensektor zeigt sich robust
Auch der Finanzsektor trägt laut Bericht zur Stabilisierung bei.
Der türkische Bankensektor verfüge weiterhin über:
- solide Kapitalquoten
- hohe Profitabilität
- vergleichsweise niedrige Ausfallraten bei Krediten
Auf der fiskalischen Seite werde trotz erhöhter Ausgaben infolge der Erdbeben von 2023 eine Haushaltskonsolidierung angestrebt. Das Haushaltsdefizit dürfte im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung mittelfristig zurückgehen.
Zudem bleibt die Staatsverschuldung im internationalen Vergleich auf moderatem Niveau, was die Schuldentragfähigkeit stützt.
Erste Hochstufung seit fast einem Jahrzehnt
Mit der aktuellen Entscheidung wurde die Türkei erstmals seit rund acht Jahren wieder hochgestuft.
Dies wird von Marktbeobachtern als Hinweis darauf gewertet, dass die eingeleiteten wirtschaftspolitischen Maßnahmen zunehmend Vertrauen bei internationalen Investoren schaffen.



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